Überblick Umsatzsteuer Deutschland

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Deutschland verfasst seine Regelungen gemäß der EU-Vorschriften und -Richtlinien aus Brüssel. Die aktuelle Umsatzsteuerrichtlinie gilt für alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und betrifft die Regelung zur Einhaltung der umsatzsteuerlichen Vorschriften und regelt die Rahmen der Umsatzsteuersätze teilweise. Der umsatzsteuerliche Regelsteuersatz in Deutschland beträgt 19% und wird vom deutschen Staat festgelegt. Es besteht auch ein ermäßigter Satz von 7% für Nahrungsmittel, Bücher, Medizin, Personentransport, Zeitungen, Zugang zu kulturellen und Unterhaltungsveranstaltungen und Hotels. Bei Konflikten zwischen dem deutschen Umsatzsteuergesetz und der europäische Richtlinie ist die EU-Richtlinie vorrangig.

Umsatzsteuerrecht in Deutschland

Das deutsche Umsatzsteuerrecht basiert auf der EU-Richtlinie und ist im Umsatzsteuergesetz (UStG) von 1980 niedergeschrieben. Dieses Gesetz wurde seit der Verabschiedung einige Male überarbeitet. Das deutsche Steuergesetz wurde durch den deutschen Bundestag verabschiedet und unterliegt der Verwaltung der 16 Bundesländer.

Umsatzsteuerliche Registrierung in Deutschland

Unternehmen aus der EU sowie außerhalb der EU können in Deutschland Handel treiben ohne ein lokales Unternehmen gründen zu müssen, was als Handel eines nicht ansässigen Händlers bekannt ist. Es existiert kein umsatzsteuerlicher Schwellenwert in Deutschland für die Registrierung eines nicht ansässigen Händlers. Eine USt.-IdNr. muss vor der Aufnahme von steuerpflichtigen Lieferungen zugeteilt worden sein.

Es gibt strenge Regelungen für Situationen, die eine Registrierung erfordern. Allgemeine Szenarios, welche eine Registrierung in Deutschland bedürfen umfassen:

  • Warenimport nach Deutschland,
  • Organisieren von Live-Veranstaltungen, Konferenzen, u.ä.,
  • Warenlagerung in einem deutschen Lager als Bestand zum Weiterverkauf,
  • Kauf von Waren in Deutschland, die anschließend im Inland weiterverkauft werden,
  • Verkauf von Waren aus Deutschland in ein anderes EU-Land,
  • Fernabsatz an Privatpersonen in Deutschland, z.B. Internethandel.

Die umsatzsteuerliche Registrierung in Deutschland dauert allgemein drei Wochen, was jedoch unter Umständen auch länger sein kann. Ein Steuerpflichtiger muss sich bei der entsprechenden Steuerbehörde registrieren, die für sein Land zuständig ist. Zum Beispiel: Italien in München II und Spanien in Kassel-Hofgeismer.

Einhalten der umsatzsteuerlichen Vorschriften in Deutschland

Es existieren detaillierte Regelungen, die das Erfassen und Verarbeiten von deutschen Transaktionen kontrollieren. Diese enthalten Leitlinien zu:

  • Anforderungen an die Rechnungslegung in Deutschland,
  • Zeitpunkt der Rechnungsstellung einer deutschen Rechnung,
  • Meldung von Fremdwährungen,
  • Gutschriften und Korrekturen,
  • Korrektur von Einträgen aus früheren Erklärungen,
  • Welche Einträge die Buchhaltung umfassen muss.

Umsatzsteuersätze in Deutschland

Der umsatzsteuerliche Regelsteuersatz in Deutschland beträgt 19%. Es besteht auch ein ermäßigter Satz von 7% für Nahrungsmittel, Bücher, Hotelunterkünfte, kulturelle Dienstleistungen und andere Waren und Dienstleistungen.

Umsatzsteuererklärungen in Deutschland

Unternehmen mit einer deutschen USt.-IdNr. müssen zyklisch Erklärungen vorlegen, die alle steuerpflichtigen Lieferungen (Verkäufe) und Eingangsleistungen (Kosten) aufführen. Allgemein werden die Erklärungen (Umsatzsteuervoranmeldungen) in Deutschland monatlich übermittelt. Umsatzsteuervoranmeldungen müssen in Deutschland bis zum 10. des Monats nach dem Steuerzeitraum eingereicht werden. Deutsche Erklärungen werden auf elektronischem Wege über das ELSTER-System beim jeweiligen Finanzamt eingereicht. Es besteht zudem die Pflicht eine jährliche Umsatzsteuererklärung bis Ende Mai des Folgejahres zu übermitteln.

Intrastat und zusammenfassende Meldungen in Deutschland

Unternehmen in Deutschland können neben den umsatzsteuerlichen Deklarationen zudem zum Übermitteln von zusätzlichen statistischen Informationen verpflichtet sein. Die Intrastat-Meldung, die die Verkäufe (Lieferungen) und Einkäufe (Ankäufe) innerhalb der EU auflistet, muss monatlich ausgefüllt werden, nachdem der jährliche Schwellenwert überschritten wurde. Die deutsche Zusammenfassende Meldung umfasst die Kunden und die Verkaufswerte. Diese müssen monatlich, quartalsweise oder jährlich übermittelt werden.

Umsatzsteuerrückerstattung in Deutschland

Wenn ein Unternehmen steuerpflichtige Lieferungen nach Deutschland tätigt, jedoch keine deutsche USt.-IdNr. erhalten kann oder deutsche Umsatzsteuer auf lokale Waren und Dienstleistungen zahlt, kann die deutsche Umsatzsteuer durch einen Vorsteuer-Vergütungsantrag zurückerstattet werden.