Überblick Umsatzsteuer Frankreich

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Die französischen Umsatzsteuervorschriften wurden durch die EU verfasst, deren Gründungsmitglied Frankreich ist. Der französische Regelsteuersatz für die Umsatzsteuer- beträgt momentan 20%.

Es bestehen auch ermäßigte Umsatzsteuersätze in Höhe von 10% für Arzneimittel, Personentransport, Zugang zu kulturellen, sportlichen und Unterhaltungsveranstaltungen, Hotels, Unterkünfte und Restaurants; 5,5% für Medizin, Nahrungsmittel, E-Books und Bücher sowie 2,1% für Zeitungen und andere Arzneimittel.

Als EU-Mitgliedsstaat ist Frankreich verpflichtet, die EU-Richtlinie, welche Leitlinien bezüglich der Umsatzsteuer enthält, umzusetzen. Bei Konflikten ist die europäische Richtlinie vorrangig.

Umsatzsteuerrecht in Frankreich

Das Umsatzsteuerrecht in Frankreich ist im allgemeinen Steuergesetzbuch enthalten und wird vom „Direction Générale des Douanes et Droits Indirects“ verwaltet.

Umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich

Durch die Einführung der europäischen Binnenmarktinitiative 1990 wurde es möglich, Waren zu kaufen und zu verkaufen, ohne ein lokales Unternehmen gründen zu müssen, was als umsatzsteuerpflichtiger Handel eines nicht ansässigen Händlers bekannt ist. Es existiert kein umsatzsteuerlicher Schwellenwert in Frankreich für die Registrierung eines nicht ansässigen Händlers, jedoch wird diese erforderlich, um die Transaktionen zu erfassen. Zudem werden Ihre Kunden sich eine Registrierung wünschen.

Es gibt strenge Regelungen für Situationen, in denen eine Registrierung vorgeschrieben ist. Allgemeine Szenarios, welche eine Registrierung in Frankreich erfordern, sind:

  • Warenimport nach Frankreich,
  • Organisieren von Live-Veranstaltungen, Konferenzen, u.ä. in Frankreich,
  • Warenlagerung in einem französischen Lager als Bestand zum Weiterverkauf für mehr als drei Monate,
  • „Lieferungs- und Installations“-Dienstleistungen für über 12 Monate,
  • Verkauf von Waren aus Frankreich in ein anderes EU-Land,
  • Fernabsatz an Privatpersonen, z.B. Internethandel.

Die Regelungen der umsatzsteuerlichen Registrierung in Frankreich wurden im September 2006 verschärft, wobei umsatzsteuerliche Registrierungen für nicht in Frankreich ansässige Unternehmen, bei denen der Endabnehmer eine französische umsatzsteuerliche Registrierung besitzt, weitestgehend ausgeschlossen wurden. Bei diesem Szenario sollte das Reverse-Charge-Verfahren angewendet werden. Die umsatzsteuerliche Registrierung in Frankreich dauert allgemein vier Wochen, kann jedoch unter Umständen etwas länger dauern.

Umsatzsteuerliche Vertretung in Frankreich

Unternehmen aus der EU sind nicht mehr verpflichtet einen umsatzsteuerlichen Vertreter für die französischen Steuerbehörden zu ernennen. Unternehmen außerhalb der EU benötigen jedoch Einen. Ein neues System, das es einigen Nicht-EU-Ländern gestattet, dieser Pflicht nicht nachkommen zu müssen, wurde zu Beginn des Jahres 2013 gestartet. Falls das Land, in dem das Unternehmen außerhalb der EU seinen Sitz hat, ein gegenseitiges Amtshilfeabkommen mit Frankreich unterzeichnet hat, kann diese Pflicht vernachlässigt werden.

Einhalten der umsatzsteuerlichen Vorschriften in Frankreich

Es existieren detaillierte Regelungen, die das Erfassen und Verarbeiten von französischen Transaktionen kontrollieren. Diese enthalten Leitlinien zu:

  • Anforderungen an die Rechnungslegung in Frankreich,
  • Meldung und Umrechnung von Fremdwährungen,
  • Gutschriften und Korrekturen.

Umsatzsteuersätze in Frankreich

Der umsatzsteuerliche Regelsteuersatz in Frankreich beträgt 20%. Die ermäßigten Sätze betragen 10% für Arzneimittel, Personentransport, Zugang zu kulturellen, sportlichen und Unterhaltungsveranstaltungen, Hotels, Unterkünfte und Restaurants; 5,5% für Medizin, Nahrungsmittel, E-Books und Bücher sowie 2,1% für Drogerieartikel und einige Zeitungen.

Umsatzsteuererklärungen in Frankreich

Unternehmen mit einer französischen USt-IdNr. müssen regelmäßig Erklärungen vorlegen, die alle steuerpflichtigen Lieferungen (Verkäufe) und Eingangsleistungen (Kosten) aufführen. Allgemein werden die Erklärungen in Frankreich monatlich übermittelt. Umsatzsteuererklärungen in Frankreich müssen bis zum 19. des Monats nach dem Ende des Steuerzeitraums eingereicht werden.

Intrastat und Zusammenfassende Meldungen in Frankreich

Unternehmen in Frankreich können neben den Umsatzsteuererklärungen zudem zur Übermittlung von zusätzlichen statistischen Informationen verpflichtet sein. Die Intrastat-Meldung und die Zusammenfassende Meldung befinden sich auf einer Erklärung, der „Déclaration d’Echange de Biens’ (DEB)“. Diese muss bis zum 10. Tage nach Monatsende ausgefüllt werden.

Umsatzsteuerrückerstattung in Frankreich

Wenn ein Unternehmen steuerpflichtige Lieferungen nach Frankreich tätigt, jedoch keine französische USt-IdNr. erhalten kann oder französische Umsatzsteuer auf lokale Waren und Dienstleistungen anrechnet, kann die französische Umsatzsteuer durch eine Umsatzsteuererklärung zurückerstattet werden.